Gott spricht:„Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln.“ – Maleachi 3,20
Liebe Gemeinde!
Beim Lesen unseres Monatsspruches geht mir sofort das Lied: „Sonne der Gerechtigkeit,“ durch den Kopf:
„Sonne der Gerechtigkeit gehe auf zu unsrer Zeit; brich in deiner Kirche an, dass die Welt es sehen kann. Erbarm dich, Herr.“
Ein Lied voller Zuversicht. Gott ist wie die Sonne.
Er ist ein helles, strahlendes, kraftvolles Licht in Mitten all der Dunkelheit, die uns umgibt. In der frühen Kirche war die Sonne oft ein Vergleichsbild für Jesus Christus. Und auch viele Kirchenbilder zeigen uns das Licht über der Krippe.
Ein Licht für die Menschen damals und für uns heute.
„Ich bin das Licht der Welt! Wer zu mir kommt, der wird nicht wandeln in der Finsternis.“ (Joh 8,12) Das sagt Jesus von sich selbst – laut dem Evangelisten Johannes. Wer von Jesus und seinem Licht ergriffen ist, der sieht die Welt mit anderen Augen.
Aber was ist mit denen, die nicht von diesem Licht ergriffen sind?
Müssen sie sich fürchten?
Es wäre jetzt falsch mit den Finger auf andere zu zeigen und zu sagen: „Du glaubst nicht, also wirst du auch das Heil nicht erfahren.“
Die Grenzen zwischen Glauben und Unglauben, zwischen gut und böse sind von außen häufig schwer zu erkennen. Denn jeder von uns handelt in dem ein oder anderen Moment gott-los. Niemand befindet sich uneingeschränkt – auf der Seite derer, die Gottes „Namen fürchten“ und Gutes tun.
Wir machen alle Fehler! Zerstören uns und unsere Umwelt, beachten einander nicht oder – schlimmer noch – verletzen einander.
Es scheint fast so, als ob Egoismus und Machtgier immer wieder die Oberhand gewinnen über Vernunft, Toleranz, Liebe und dem Willen zum Frieden. Zu oft wollen wir das, was Gott nicht will bzw. wollen nicht das, was Gott wohl will.
Und wenn wir ehrlich sind, dürfte es keinen – wenn es nur allein nach unseren Handeln ginge – einzigen Menschen geben, der „die Sonne der Gerechtigkeit“ sehen dürfte.
Und Gott? Schaut er einfach zu?
Nein, er sendet immer wieder seine mahnenden Boten, wie die Propheten, von denen Maleachi auch einer ist. Übrigens bedeutet der Name Maleachi: „Bote Gottes“. Aber die Überbringer schlechter Nachrichten werden nun mal nicht gerne gehört. Wer hört schon gerne: Du, der du den Namen Gottes nicht fürchtest, wirst in der Finsternis bleiben und kein Heil erfahren. Und so stöhnt die Welt weiter.
„Aber ich kann nicht glauben!“ So höre ich viele Menschen reden. „Es fällt mir so schwer, angesichts dessen, was da so alles passiert……“ „Die Welt geht unter und wir sind verloren…“.
Man würde gerne, aber es geht nicht? Was für ein Dilemma!
Zumal es sich doch lohnt zu glauben und Gutes zu tun, nicht weil man es soll, sondern weil es für einen selbst gut ist.
Doch Gott ist stark, er erbarmt sich unser und diesem Dilemma. Darum sandte er seinen Sohn Jesus Christus zu uns, dieses Licht im Stall von Bethlehem.
Er hilft uns, uns von unserer ewigen Schuld zu befreien. Er zeigt uns, was gelebtes Gottvertrauen und Mitmenschlichkeit bedeuten, damit wir doch erleben dürfen, dass das Heil Gottes uns beflügelt und wir im guten Sinne füreinander da sind.
Denn wer von Jesus und seinem Licht ergriffen ist, der sieht die Welt mit anderen Augen. Der sieht, wieviel Gnade Gott uns schenkt, auch wenn wir meinen, das die Welt verloren geht.
Und genau das feiern wir am Heiligabend, wenn wir das Lied „O du fröhliche, o du selige“ singen:
1. O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit. Welt ging verloren, Christ ward geboren, Freue, freue dich, o Christenheit!
Ich wünsche Ihnen.eine besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten und ein gesundes Jahr 2026.
Möge Gottes Segen Sie zu allen Zeiten begleiten

